Wer in Solarenergie investieren möchte, sollte nicht einfach eine beliebige Anzahl an Panels bestellen. Die korrekte Berechnung ist der Schlüssel für Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Zu wenige Module führen zu einer unzureichenden Stromproduktion. Zu viele können unnötige Kosten verursachen und die Amortisationszeit verlängern. Mit einer durchdachten Planung erreichst du genau die Leistung, die zu deinem Verbrauch passt, und sicherst dir langfristig eine hohe Rendite.
Der erste Schritt ist, den durchschnittlichen Jahresverbrauch zu ermitteln. Dafür reichen oft die letzten zwölf Stromrechnungen. Addiere die Werte und teile sie durch zwölf, um den Monatsdurchschnitt zu finden. Multipliziere diesen Wert wieder mit zwölf, um den Jahresverbrauch zu erhalten.
Ein Einfamilienhaus liegt in Deutschland oft bei 3500 bis 5000 kWh pro Jahr. Bei Unternehmen kann der Wert deutlich höher sein. Wichtig ist, auch zukünftige Veränderungen zu berücksichtigen. Planst du den Kauf eines Elektroautos oder einer Wärmepumpe, steigt der Bedarf. Berücksichtige das gleich bei der Planung.
Um die richtige Anzahl an Modulen zu berechnen, musst du wissen, wie viel Strom ein Panel durchschnittlich liefert. In Deutschland liegt der Ertrag pro installiertem Kilowattpeak (kWp) je nach Region zwischen 850 und 1100 kWh pro Jahr. Ein Standardpanel hat heute etwa 400 Watt Leistung. Das bedeutet, 10 Panels ergeben rund 4 kWp.
Liegt dein Verbrauch zum Beispiel bei 4000 kWh im Jahr und der Standort hat einen Ertrag von 1000 kWh/kWp, brauchst du 4 kWp Leistung. Das sind rund 10 Panels. Die genaue Zahl hängt aber von Faktoren wie Dachausrichtung, Neigung und Verschattung ab.
Die Ertragswerte gelten nur, wenn die Anlage optimal ausgerichtet ist. In Deutschland bringt eine Südausrichtung mit 30 bis 35 Grad Neigung den höchsten Ertrag. Bei Ost- oder Westdächern musst du mit etwa 10 bis 20 Prozent weniger Leistung rechnen. In diesem Fall solltest du entsprechend mehr Panels einplanen.
Auch der Standort spielt eine Rolle. In Süddeutschland ist die Sonneneinstrahlung höher als im Norden. Selbst innerhalb einer Stadt können Mikroklimata und Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude einen Unterschied machen. Eine Standortanalyse vor der Installation spart später viel Frust.
Es lohnt sich, nicht zu knapp zu kalkulieren. Viele Haushalte erhöhen ihren Stromverbrauch im Laufe der Jahre. Elektroautos, mehr elektrische Geräte oder eine Umstellung auf elektrische Heizung führen zu höheren Bedarfen. Plane deshalb mit einer Reserve von 10 bis 20 Prozent mehr Leistung ein.
Auch die Möglichkeit, später Batteriespeicher oder zusätzliche Panels zu integrieren, sollte bedacht werden. Ein Wechselrichter mit etwas mehr Leistungskapazität macht spätere Erweiterungen einfacher und kostengünstiger.